Ich kann statt Du sollst – unter diesem Motto überzeugte die Evangelische Schule Berlin Zentrum die Jury des Barbara-Schadeberg-Wettbewerbs 2010.

Im Rahmen der Barbara-Schadeberg-Vorlesungen wurden am 28. Oktober die Preise des Wettbewerbs „Lernen in Würde“ an drei evangelische Schulen verliehen. Unter den Stichworten „Beraten – Begleiten – Betreuen“ waren evangelische Schulen und Internate aufgefordert, ihre Schul- bzw. Förderkonzepte einzureichen. 14 Schulen und ein Internat hatten sich beteiligt.
BSS_Preis_2001-web-kleinDen 1. Preis mit 5000 Euro vergab die Jury an die Evangelische Schule Berlin Zentrum, eine Gemeinschaftsschule in Trägerschaft der Evangelischen Schulstiftung Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Überzeugt hatte damit eine Auffassung von Schule, die individuelle Förderung, Beratung und Begleitung konsequent von der Schulstruktur über die Schulkultur bis zur Lernkultur umsetzt. Basis sind Lernarrangements wie Lernbüro, Projekte und Werkstätten, die Schülerinnen und Schüler als Subjekte ihres Lernens ernst nehmen und individuelle Förderung bei einer heterogenen Schülerschaft ermöglichen. Lernen heißt aber immer auch von und miteinander zu lernen und dabei  Verantwortung zu übernehmen. Ganz speziell geschieht dies im Projekt Verantwortung , in dem jeder Schüler/jede Schülerin für zwei Jahre eine verantwortungsvolle Aufgabe im Gemeinwesen, z.B. in einem Kindergarten, übernimmt. Eine andere Form ist die sog.  Herausforderung, hier müssen sich alle Schüler/innen in der 8., 9. und 10.Klasse für drei Wochen einer Herausforderung außerhalb Berlins stellen. Genaueres zur Schule und ihrem Konzept unter http://www.ev-schule-zentrum.de/aktuell.0.html

Der zweite Preis mit 3000 Euro ging an das Gymnasium Unterstraß in Zürich. Benachteiligten Jugendlichen gerechtere Bildungschancen zu geben ist das Anliegen des Gymnasiums und seines Modellprojekts „Chagall“ – Chancengerechtigkeit durch Arbeit an der Lernlaufbahn.
Auch in der Schweiz sind die weiterführenden Bildungswege für Kinder mit Migrationshintergrund schwieriger zu meistern als für die anderen. Chagall setzt dem ein Förderprogramm für begabte jugendliche Migrantinnen und Migranten aus ökonomisch schwachen Verhältnissen entgegen. Motivierte Jugendliche, deren Eltern beide fremdsprachig sind und die in bescheidenen finanziellen Verhältnissen leben, erhalten mit Hilfe eines gezielten Auswahl-, Trainings- und Begleitungsprogramms die Chance, ins Gymnasium oder eine andere Mittelschule aufgenommen zu werden und diese erfolgreich zu absolvieren . Das Projekt ist in seiner Pilotphase und soll später vom Kanton Zürich an staatlichen Einrichtungen übernommen werden. Zur Website der Schule mit weiteren Angaben zu „Chagall“ unter http://www.unterstrass.edu/ChagALL.488.0.html

Jeder gute Unterricht ist Förderunterricht – so die Überzeugung der Heinrich-Albertz-Schule Salzgitter, und die junge Grundschule setzt das auch konsequent um. Der dritte Preisträger erhielt 2000 Euro für sein Beispiel, wie Formen gemeinsamen und individualisierten Lernens an der Grundschule verwirklicht werden können.
Förderung geschieht in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen und in einer Lernumgebung, in der neben individualisiertem Lernen vor allem auf kooperative Lernformen und Rhythmisierung gesetzt wird. Möglich wird dies durch die Struktur einer gebundenen Ganztagsschule, die Lernen ohne Pausengong und nach eigenem Tempo sichert. Zur Website der Schule weiter unter http://www.evgs.de/

 

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